Knabenschiessen

14|09|09

In Zürich tanzt gerad der Bär. Schützenfest ist angesagt. Und weil hier alles ein bisschen cooler ist, schießen hier nicht die Stammtischbrüder sondern die Kinder. Das ganze blickt auf eine 121-jährige Tradition zurück, erst seit 1991 dürfen auch Mädels schießen, so ist die weiterhin geführte Bezeichnung „Knabenschießen“ etwas irreführend. Drei Tage Zeit haben sämtliche Zürcher Kinder zwischen 13 und 17 Jahren. Das Abfeuern der fünf Kugeln mit echtem Armee-Sturmgewehr kostet immerhin 12 Franken (8 €), dafür gibt’s dann aber auch noch eine Bratwurst.

Am heutigen Montag, dem letzten Tag der Sause wird dann auch der König (!) verkündet. Wenn ich das eben im Radio richtig verstanden habe, dann ist es der selbe Junge geworden wie 2006. Eine Wiederholung, die einmalig zu sein scheint. Damit ihn alle feiern können hat der halbe Kanton frei. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber öffentliche Einrichtung (vor allem Schulen) bleiben geschlossen. So wollte ich heute bei der Zürcher Kantonalbank ein Konto eröffnen – geschlossen. Ich wollte beim Personenmeldeamt vorstellig werden – zu. Die Universität und die ETH – verschlossen. Man wird quasi gezwungen, mitzufeiern. Aber wo eine Wurst ist, da ist auch ein Weg: ein Metzger an dem ich vorbei kam, hatte ein großes Schild platziert „Wir haben trotz Knabenschiessen geöffnet!“.

Vorausahnend was heute abgehen würde waren wir gestern auf dem Festplatz. Ein Festplatz, der tatsächlich ein Berghang am Stadtrand ist. Staub und Kies dominieren den Bereich, nie erhält man einen richtigen Überblick über die Größe des Bereichs und schon gestern war es anstrengend voll.

Im Folgenden ein paar Impressionen (leider in lausiger Qualität, da ich meine Kamera zwar dabei hatte, jedoch die Speicherkarte nicht.):

Rosenfrau: Es werden gesondert Shuttlebusse eingesetzt um die Menschenmassen zu bewältigen. Eine verkehrsleitende Polizistin benutzte dabei auf dem Buswendeplatz nicht eine typische Kelle, sondern eine Schießstandrose. Leider auf dem Bild absolut gar nicht zu sehen.

Chnoblitrio: Auf einer Eineinhalbquadratmeterfläche rotierten vier Knoblauchbrotbäcker. Für fünf Franken kam man in den Besitz einer Wertkarte, die einem das Warten fern des Chnobliduftes ermöglichte, und eines Kaugummis, das das unausweichliche später nicht zu verhindern wusste, man wurde olfaktorisch selbst zur Chnoblibude.

Todeskarussell: Todesmutig ließen wir anschließend unsere Knobifahnen wehen.

Promiwerfen: An einem Stand durfte man gegen Geld Becherchen von Pappmachéköpfen werfen (direkt in die Fresse kam ihnen dann wohl doch komisch vor). Deutsche Reizfiguren für die Schweizer scheinen zu sein: Stefan Effenberg, wohl weil er seinen längsten Finger zu häufig ins Bild hält (nicht in diesem Bild – leider), Verona Poothwasauchimmer, was man den Eidgenossen nicht vorwerfen kann, genauso wie Dieter Bohlen, dann noch ein böser Schweizer (Ex)Politiker und zwei weitere Lokal(anti)persönlichkeiten.

Batman: Draufklicken!

(Für größere Versionen: Klick aufs Bild.)

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