Möhrlikuchen

8|10|09

Heute saßen wir in der Universitätsmensa und neben uns aß jemand Möhrlikuchen. Ich bekam dieses Wort nicht mehr aus meinem Kopf. Ich lief also in Trance los und kaufte Möhlikuchen. Zwei Franken für ein Stück Möhrlikuchen ist wirklich nicht zu viel. Als sehr viel schwieriger stellte es sich heraus, das Stück Möhrlikuchen mit einer Greifzange auf meinen Teller zu befördern. Bei dem Versuch purzelte fast das Möhrli von dem Küchli. Sie wälzte sich ein bisschen im Puderschnee, jedoch half ich ihr sanft wieder auf ihr Plätzli.

Kurz darauf aß ich alles auf. Es schmeckte ganz vorzüglich. Der Teig war nicht zu trocken, er war perfekt. Ganz viele Möhrlistücke. Dann dieser Hauch (!) von Puderzucker, getoppt mit einer perfekten Marzipanmöhrli. Nein, nicht Zuckerkack, sondern Marzipan, so zart, so weich, so schmackhaft. Und dann dieses mitleiderregende, grüne Zuckerschaumhütchen. Es machte etwa ein Geräusch wie „krontsch“ zum Abschied. Fantastisch.

Möhrlikuchen

Möhrlikuchen

Dann fiel mir auf, dass das Ding gar nicht Möhrlikuchen, sondern Rüblitorte heißt. Da war sie schon tot. Jetzt zu Hause stelle ich fest, dass auch das falsch ist, sie heißt Rüeblitorte. Mit E hinterm Ü. Seltsam schweizerisch. Wie schweizerisch das Ganze ist, merkt man auch am Wikipedia-Artikel, in dem ganzen Artikel kommt kein einziges deutsches „ß“ vor. Ein Vermächtnis, dieser Kuchen.

Schön, in der Schweiz zu wohnen.

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