Die mensische Diskrepanz von Auslage und Auflage

6|11|09

Bekommt man an der ETH Hunger, so stößt man auf ein Problem, das man an der TU Braunschweig nie hatte: „Wo geht man essen?“

Die Auswahl ist groß, es gibt etliche Caféterien, die allesamt  auch Suppe,  Zwiebel-, Champignon- und Käsewähe anbieten, dann die akustisch miese, aber architektonisch schön zurückgebliebene Physikmensa, außerdem die äußerst edle „Woka“, eine Kombination von Wokküche und Kaffeebar im noch neuen Bau von Dietmar Eberle und das Chemierrestaurant in einem gigantischen Protzbau am südlichen Ende der Science City. Hinzu kommt noch ein den Dozenten vorbehaltenes Restaurant. Aber da braucht man gar nicht neidisch sein, denn die Qualität des Essens ist – zumindest für einen Braunschweiger Studenten – wahrlich gut. Die Auswahl ist groß und abwechslungsreich – seit meinen zwei Monaten hatte ich keine Wiederholung und wenn es nicht vorzüglich mundete, so lag dies an fehlendem Gewürz und nicht an verkocht, versalzen, oder Spinat mit Spinat. Auf jedem Tisch stehen dafür Salz- und Pfefferstreuer und hinter den Kassen gibt es eine Gewürzbar an der man sich vergehen kann.

Angesichts der Unübersichtlichkeit und der Vielzahl an Gerichten gibt es eine „Ich habe Hunger, wohin soll ich gehen, lieber Gastrobetrieb?“-Seite. Man klickt seine bevorzugte Nahrungsform an oder wo man sich gerade aufhält und bekommt alles aufgelistet. (Das funktioniert am Wochenende sinnigerweise natürlich nur eingeschränkt.) Heute entschieden für uns für das Chemierestaurant.

Dort sollte es „Pizza Vegetarisch mit Tomaten, Peperoni, Brokkoli, roten Zwiebeln, Zucchetti, Mozzarella, Oregano dazu Salat“ geben. Peperoni sind dabei Paprika (Peperoni hießen hier Chili), Zucchetti kann sich wohl jeder denken. Nun gibt es einen weiteren Unterschied.

Kommt man in Braunschweig in die Mensa starrt man erst auf die Leuchtanzeige, was einem angedroht wird was es gibt und dann auf die vorbei eilenden Teller, wie es dann doch nur aussehen wird. In Zürich wird man an einer langen Vitrine mit den Gerichten des Tages vorbei geleitet. Je früher man kommt, desto schöner natürlich und angenehmerweise sind die Portionen in der Auslage auch kleiner als die tatsächlichen. Besagte Pizza jedoch war geradezu überschüttet mit großen Gemüsestücken. In der Auslage. An der Ausgabe dann jedoch gleichte sie eher einer Margherita mit Gemüsestaub. Ich nahm sie dennoch, ich hatte Mitleid.

Was noch schön ist hier: Man bekommt Gläser. Gläser! Umsonst! Und die darf man sich dann mit Hahnenwasser füllen. So viel man mag, so oft man mag. Dafür sind (typisch Schweiz) Brunnen aufgebaut. Von schick bis kitschig ist alles dabei, in den Cafeterien zapft man sogar aus einem riesigen Glasbehältnis.

Ein Standardtablett (8,40 CHF) sieht dann häufig so aus:

Mensamahl

Suchbild: Finde den Broccoli.

Kleiner Tipp: Etwa am Ende des Stundenzeigers auf halb acht.

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Eine Antwort to “Die mensische Diskrepanz von Auslage und Auflage”

  1. Motti said

    ich hatte das letzte mal salat und eintopf in der z mensa hier: das gute dabei: seit die mensa niegelnagelneu umgebau ist, nimmt man sich die speisen selber und füllt sich den eintoft selbst ab. demzufolge gab es dann auch keine minestrone mit gemüse und ravioli drin, sondern ravioli mit bisschen soße U_U

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