Schnügel.17

16|11|09

Hiermit startet die Woche der Schweizer Leckereien. Von heute an jeden Tag eine typische Leckerei, ergänzt durch die Geschichte, die sie zu etwas besonderem macht.

Es beginnt das Schweizer Grundnahrungsmittel Nr. 1: Lindt Lindor.

Zu meinem Einzug – ich kahles Zimmer, darin nur Bett, Schreibtisch, Regal und Schrank – begrüßte mich eine Packung Lindt Lindor. Ich genoss jede einzelne Kugel (und es waren so einige), doch vor drei Wochen musste ich feststellen, dass nur noch eine Kugel übrig ist. Angesichts der zwischenzeitlich recherchierten Preise für diese Sünde verschwand die Packung vorerst im Regal. Denn was noch vorhanden ist, muss nicht nachgekauft werden.

Lindor

Das letzte Luxusgut

Gestern jedoch war es soweit. Der letzten Kugel letztes Stündlein hatte geschlagen. Vorher wurde sie fotografisch festgehalten, denn da die ZKB, bei der ich seit mehreren Wochen ein Konto zu eröffnen versuche, macht weiterhin Mucken und so ist derzeit einfach kein Geld für Luxusgüter. Das Bild würde mich über die kommende Dürreperiode hinweg trösten müssen.

Auch die Gastronomiebetriebe der ETH wissen von der Schweizer Sucht. An jeder Mensakasse steht ein Körbchen mit Lindorkugeln. 90 Rappen das Stück. Schamlose Abzocker sind das. Das ist mir zu viel und so lebe ich enthaltsam.

Der Lindorkult jedoch geht natürlich ohne mich weiter. Die Produktlinie hat sogar eine eigene Internetseite auf der überdimensionierte Lindorkugeln gefüllt werden und jedes zweite Wort „zartschmelzend“ ist. (Jedes andere zweite „unendlich“.) Man kann sich auf dieser Seite belehren lassen, was man mit so einer Lindorkugel in einer Stunde alles anfangen kann. Oder eben auch nur in einer Minute. (Mund auf, Lindor rein, Mund zu.) Süchtige erzählen dort von ihren Erlebnissen. Ein Versicherungsangestellter zum Beispiel beginnt mit

„Klar bin ich ein Mann, aber heutzutage ist das auch ein echt schwerer Stand…“

Der Rest, von jeglichem Werbegefasel befreit, klingt dann so:

„[…] Trotzdem: […] sag ich allen, dass ich eine wichtige Telefonkonferenz habe, schliesse die Türe hinter mir zu und schaue […] In meiner untersten […] Dunklen […] herben […] schmelzenden Füllung – das ist für mich das Grösste. Ich liebe […] die Füsse […] einfach […] geniessen. Einmal kam aber Hans-Peter rein und hat mich erwischt. Seitdem erpresst er mich im Scherz, so dass ich ihm auch immer wieder mal […] die roten Kugeln […] wie ein richtiger Mann.“

Die Lösung für seine Probleme ist – natürlich – „unendlich zartschmelzend“. (Original ist hier.)

[Morgen dann: Luxemburgerli]

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2 Antworten to “Schnügel.17”

  1. Maika said

    Haach. Schokolade! Hier sehr teuer. Auch Schweiz-verglichen.

  2. Motti said

    voll gut:
    hier gibts an den kassen der cafeten immer lind bruch (?) bzw. makulatur schokolade : ) in pfundpackungen O_O richtig gut!

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