Zu viel Schnee

31|01|10

Zürich hat gerade ein Problem. Den Schnee. So dauerhaft und so massig viel war das hier wohl seit Jahren nicht der Fall. Dementsprechend unvorbereitet wurde die Stadt getroffen, inzwischen ist kein Streusalz mehr vorhanden, zeitweise sind die Straßen so glatt, dass man ohne viel Anlauf zehn Meter darauf rutschen kann. Es fahren weit weniger Autos und Busse zeitweise gar nicht mehr.
Ich hab Spaß, der Ausblick aus meinem Fenster ist schön, die Flocken teilweise Zentimetergroß und beim Laufen knirscht es nett, außerdem federt die heute dreißig Zentimeter dicke Schneeschicht die Schritte ab.
Ganz Schweiz ist gerad im Skiurlaub, ich habe derzeit Semesterferien und somit entfällt der einzige Anlass den Bus zu nehmen, die Fahrt zur ETH. Den Trams macht das Chaos schließlich nichts.

Und so bleibt Zürich wohl noch ein paar Tage unter der angenehm dämpfenden Schneeschicht verborgen.

Blick aus dem Fenster

Blick aus dem Fenster

Suchanfragen.03

31|01|10

Nach Suchanfragen.01 und Suchbegriffe 2009 ist es endlich wieder soweit: Suchanfragen.03, das Beste des Monats Januar

körperwelten negativ bericht : „Guten Tag, ich hab da so eine Tendenz, jetzt fehlt mir nur noch eine präzise vorgefasste Meinung. Her damit.“

nina eichinger bauchnabelpiercing : Ich möchte nicht, dass mein Blog in irgend einer Weise mit dem unsäglichen DSDS in Verbindung gebracht wird. Und Linda Fäh, die Miss Schweiz, die tatsächlich einen Bauchnabelpiercing hat, ist sich nämlich viel zu schade für solche solzialfeindlichen Fernsehformate. So.

spaß mit micheline : Feuchte Träume von Politikfans. Oder Strähnchenliebhabern.

kerze pervers : DAS liegt wirklich nahe. Eine dieser Suchen wo man sich unweigerlich fragt, warum man nicht selbst schon drauf gekommen ist.

wie schreibe ich baseldytsch : Genau so zum Beispiel. Google als Rechtschreibhilfe funktioniert nur für die Unbeirrten, die glauben dass alles im Internet richtig ist. (Und dann auf meinem Blog landen. Na super.)

„kinovergnügen ohne pause und popcorn. : Interessante Interpunktion, interessanter Anspruch. (Funktioniert hier in Zürich übrigens nicht. Popcorn gibt’s immer und auch Pausen sind sehr beliebt. Sogar bei Filmen unter zwei Stunden.)

mandelklümpchen : Solche Suchtreffer entstehen, wenn die Kommentare verflachen und abschweifen. Weiter so!

wohnungssuche einschleimen / wg casting fragebogen : Man merkt, dass das neue Semester beginnt, der Wohnungshorror hier in Zürich wieder beginnt und die Angst der Neulinge steigt. Völlig zu Recht übrigens. Ich musste Fragen beantworten wie „Was für ein Gemüse bist du?“ [Aubergine] und „Was steht in der Bedienungsanleitung zu deiner Person?“ [Hallo, wie bescheuert ist das bitte?]. Ich wurde dann auch prompt nicht genommen. „Hallo, wie bescheuert ist das bitte?“ ist wohl nicht die richtige Antwort. Dabei hab ich das nur gedacht.

der wassermangel,die durte : Ja. Nee. Doch vielleicht. Nein, eher nicht. Obwohl…

streusalz marktabsprachen : Das ist ein brandheißes Thema hier in Zürich, doch dazu später mehr.

Im Zuge des Artikels zu den Namen der Bundesräte und auch schon früher, bei dem Artikel über Cruella De Vil Micheline Calmy-Rey stieß ich auf das entsprechende Bundesratsfoto der Schweiz. Das Ding hat Tradition. Da hier im Jahresturnus der Bundespräsident (hier nicht repräsentativer Schamane, sondern Oberhaupt des Stammes, um mal in Peitschen-Peers Metaphorik zu bleiben) wechselt und der Bundespräsident für die Konzeption des Bundesratsfotos verantwortlich ist, kriegt man Jahr für Jahr was nettes neues zu Gesicht. Das Ganze scheint hier ähnlich wichtig zu sein, wie beispielsweise die Wahl der Miss Schweiz. Es wird kontrovers diskutiert und nicht selten wird versucht, daraus Schlüsse über das kommende politische Jahr zu ziehen. Anlass genug für einen kleinen Überblick über die letzten paar Jahre Bundesratsdrappage.

Bundesratsfoto Schweiz 2007

Bundesratsfoto Schweiz 2007

2007 war das Jahr der Micheline Calmy-Rey. (Ich verzichte jetzt mal auf diese selbstgefällige Eigenverlinkung. Der Artikel ist ja oben schon verknüpft.) Micheline Calmy-Rey, die strahlende Politikpersönlichkeit der Schweiz. Modisch immer auf dem neusten Stand. Nicht nur deshalb jedoch nicht immer ernst genommen. Liegt vielleicht auch an der wechselnden Farbe ihrer Haarsträhnen. Man weiß es nicht. Wenn man sich das Bild so anschaut möchte man ihr unterstellen, dass sie in ihrer Freizeit (!) gerne mal bei einer Folge Topmodel (muss Dschörmenies Variante sein, gibt’s hier in der Schweiz nämlich nicht.) abschaltet. Als Präsidentin schreitet sie mit einer Energie voran, die sonst nur noch der Schnauzbart zur Rechten (Samuel Schmid) zu entwickeln droht. Herr Merz (zweiter von rechts) hingegen scheint zu viel Respekt vor dem gefliesten Schweizer Kreuz zu haben. Er strauchelt lieber ein wenig vor sich hin.

Bundesratsfoto Schweiz 2008

Bundesratsfoto Schweiz 2008

In seiner zweiten Amtszeit als Bundespräsident wollte Pascal Couchepin wohl besondere Nähe zum Volk suggerieren. Und fällt voll auf die Nase, denn das Bild transportiert nicht viel mehr als die Botschaft „Politiker sind auch nur ein Teil der Masse“. Dabei hat man sich solche Mühe gegeben, schön kontrastierende Paradiesvögel der Gesellschaft aufzutreiben. Da wird eine Multikulturalität (?) demonstriert, die mir hier so noch nie begegnet ist. (Aber ich war 2008 auch nicht in der Schweiz.) Alles ist dabei. Alle Nationalitäten, alle Körperzustände, alle Altersphasen (aber wahrheitsgetreu besonders viele Alte, das langweilt die Kinder in der ersten Reihe auch ein wenig.), Bemützte, Karierte, Machos und Coiffeusen, Babys und schon wieder landestypische Schnauzbärte. Erkennungsmerkmal der Bundesräte ist neben einfallsloser Kleidung der direkte Blick in die Kamera. Das ist so unterschwellig gewitzt, ich hab das mal herausgearbeitet.

Bundesrat 2008 Ausschnitt

Bundesrat 2008 Ausschnitt

Und das Volk tut wie ihm geheißen, es schaut weg. Außer einer, denn ein kleiner Flitzer hat sich reingeschummelt. Direkt hinter Herrn Merz (zweiter von rechts). Da kauert er und wagt mit einem Auge den Blickkontakt. Vielleicht erklärt sich so der etwas angewiederte Blick von Frau Calmy-Rey. Möglichweise aber pustet ihr der Hintermann auch einfach nur ganz gemein in ihre Frisur. Schuft.

(Anmerkung Maika: „tihi“)

Bundesratsfoto der Schweiz 2009-1

Bundesratsfoto der Schweiz 2009-1

2009 durfte endlich Friedrich Merz sieben Zentimeter vor allen anderen stehen. Dass ihn das optisch kleiner macht hatte er nicht bedacht – er grinst es charmant bei Seite. Statisch und dennoch wütend dynamisch war wohl der Hintergedanke bei diesem erstmals digital zusammengeschusterten Bild, öffnet man es mit gewissen Programmen ist sogar noch eine Hilfslinie auf zwei Metern Höhe hinterlegt. Die digitale Komposition sollte sich alsbald auszahlen, denn als zum ersten November des Jahres Pascal Couchepin durch Didier Burkhalter ersetzt wurde…

Bundesratsfoto Schweiz 2009-2

Bundesratsfoto Schweiz 2009-2

…war man mit einer Fotografie des neuen Bundesrats und einer Stunde photoschöppeln (so heißt es hier in der Schweiz) fein raus. Endlich waren alle Bundesräte von ähnlicher Größe, Pascal Couchepin hatte man erfolgreich rausgemobbt, nachdem er sich standhaft weigerte, so wie seine Geschlechtsgenossen eine Hand in die Hose zu stecken. Man gruppierte munter um und plötzlich schwebte Ueli Maurers linker Fuß noch mehr als zuvor (das SVP-Pummelchen). Wenn man die Augen zu 98 % Prozent zusammenkneift dann fällt irgendwann auch nicht mehr auf, dass der Neue (links) falsch belichtet ist, deshalb auch Lackschühchen zu tragen scheint, die zudem auch noch perspektivisch falsch den Boden berühren. Doch die Schweiz musste mit diesem Bild ja nur zwei Monate aushalten, ein Glück.

Bundesratsfoto Schweiz 2010

Bundesratsfoto Schweiz 2010

Oder doch kein Glück, denn Doris Leuthard (beige bemantelt) wischte sämtliche Konventionen vom Tisch und haute danach nochmal ein bisschen auf die Kacke. Weg mit dem Querformat, Rückbesinnung auf die weibliche Dynamik von 2007, „und jetzt ab in Zweierreihen, Frauen immer in den Vordergrund! Nein, du nicht Corina Casanova, du bist nur Kanzlerin, du machst die Nachhut. Außerdem gefällt mir dein rosa Jäckchen nicht.“ Denn während sich 2009 noch alle aus Rücksicht vor dem roten Hintergrund schlicht schwarz kleideten, setzte die Schweizer Mode nun ihren Siegeszug fort. Ich zitiere den Blick, das Schweizer Bild-Pendant: „Aussenministerin Micheline Calmy-Rey wählte violett, Bundeskanzlerin Corina Casanova pink. Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf hat sich für ein klassisches nachtblaues Deux-Pieces entschieden, und Bundespräsidentin Doris Leuthard trägt einen beigen Mantel in Dreiviertel-Länge.“ Als wäre all das nicht absurd genug, griff man für den Hintergrund ausgerechnet dorthin, wo eigentlich schon die zerschlagenen Exkremente vom Anfang hingehört hätten: ins Klo. Das Bundeshaus verpixelt. Versteht wirklich niemand hier, warum die Bundesräte auf einmal auf Klassenfahrt in einem Nintendo64-Spiel sind. Aber dieser Streifzug durch digitale Welten erklärt auch, warum nur die Füße Schatten werfen. Die Rechenleistung dieser alten Kisten ist begrenzt.

„Und nun weiter im Gleichschritt! Ja, Reihe Zwei und Drei ihr macht das schon ganz gut…“

Bevor man jetzt anfängt, sich zu überlegen, wie sowas in Deutschland unter Angela Merkel aussähe, ist ein Streifzug durch die Galerie der älteren Fotos unbedingt vorzuziehen. Das kann man auf den Seiten des Schweizer Bundesrats tun oder in der Wikipedia. Besonderes Augenmerk sei dabei auf Moritz Leuenberger gelegt, der erst nach langem Kampf mit sich selbst die Denkerpose ablegte und ein Lächeln aufsetzte. Und zwar so 2005/2006.

[Die Bilder stammen allesamt, von den Internetseiten des Schweizer Bundesrats. Musste gesagt werden.]

Ach und nochmal drauf achten: der Vizebundespräsident des aktuellen Jahres ist immer ebenfalls ein wenig hervorgehoben und darf so schonmal Präsenz üben für das nächste Jahr, wenn er nämlich selbst als Präsident in den Vordergrund darf.

Zürich nachts

29|01|10

ist mindestens so spannend wie Zürich tagsüber.

Ein paar Impressionen. Jeweils in gepimpt und ungepimpt.

[Zur etwas größeren Version einmal Klick aufs Bild, zur sehr großen Version dann erneut Klick aufs Bild. Aber da wäre auch jeder selbst drauf gekommen.]

Dieser Artikel hat einen ganz einfachen Anlass. Immer wieder verirren sich Leute auf meine Seite, weil sie nach den Namen der Schweizer Bundesräte suchen. Das hat einen noch einfacheren Grund: der Einbürgerungstest hier in der Schweiz sieht auch das Abfragen eben dieser Namen vor. Und entsprechend unsicher und hektisch sind die Suchanfragen dann auch meist gestellt.

bundesräte namen (9 mal!)

bundesräte 2009 namen

bundesräte (namen

bundesrat schweiz

nemen der 7 bundesrate (dreimal in genau dieser Form!)

Da bisher die Namen nicht mit der entsprechenden Absicht auf dieser Seite vermerkt waren, musste man einiges rumklicken, bis man darauf stieß. Das ist gut für meine Statistik, aber nicht sonderlich nutzerfreundlich. Hier nun also endlich anständig gelistet:

DIE NAMEN DER MITGLIEDER DES SCHWEIZER BUNDESRATS: (Name, Partei: Departement, ggf. Sonderposition)

Doris Leuthard, CVP (Christlichdemokratische Volkspartei): Volkswirtschaft, im Jahr 2010 Bundespräsidentin

Moritz Leuenberger, SP (Sozialdemokratische Partei der Schweiz): Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation im Jahr 2010 Vizepräsident

Didier Burkhalter, FDP (Freisinnig-Demokratische Partei): Inneres

Micheline Calmy-Rey, SP: Auswärtiges

Ueli Maurer, SVP (Schweizerische Volkspartei – Dabbelige Dubbels): Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Hans-Rudolf Merz, FDP: Finanzen

Eveline Widmer-Schlumpf, BDP (Bürgerlich-Demokratische Partei): Justiz und Polizei

(und nicht „zählend“: Bundeskanzlerin Corina Casanova, CVP)

Dazu gibt es auch ein Gemeinschaftsbild, aber das ist dermaßen grausig, dazu gibts später einen neuen Artikel. Einzelbilder der Bundesräte (dann kann man sich das besser merken, mit Gesicht dazu) zum Beispiel hier.

Und jetzt viel Erfolg bei der Einbürgerung!

Irgendeine Gasse

28|01|10

Ist auch eigentlich egal welche, sehen alle gleich aus. Alle schön.

Gasse XY

Also eigentlich war das gar nicht als Reihe geplant, aber angesichts der Neuentdeckung eines Foppmechanismus, drängt es sich auf.

Folge 01: Stecker

Folge 02: Zoll

Eine kleine Entschädigung angesichts des horrenden Preisniveaus (der Faktor 1,5 bis 2,0 im Vergleich zu Deutschland beschreibt’s sehr gut) hier in der Schweiz ist die Möglichkeit der mehrwertsteuerbefreiten Bestellung bei Amazon. Die Betonung in diesem Satz liegt ganz klar auf dem Wort Möglichkeit. Es ist nämlich sehr einfach möglich, die Unmöglichkeit eintreten zu lassen, möglichst kryptische Zollsummen und unmögliche Postbearbeitungsgebühren zu zahlen.

Da hole ich doch gerne mal ein bisschen aus:

Bei meinen bisherigen Amazonbestellungen aus der Schweiz hatte ich immer einen Freibetrag von etwa 120 Euro im Hinterkopf. Für soviel kaufe ich ohnehin nie ein, also bestellte ich mehrfach und genauso oft kam mein Paket ohne weitere Zusatzkosten bei mir an. Denn auch Versandkosten werden hier nicht fällig.

Doch dann plötzlich: eine Bestellung über 67,90 Euro. Versandadresse Schweiz angegeben, FATZ, da waren es nur noch 57,06 Euro. Da strahlt der Sauschwabe. (Geizig und so.) Bestellung abgeschickt, gewartet. Denn warten muss man hier recht lange, das ist ein kleiner Nachteil. Unter einer Woche geht nichts. Gewartet. Plötzlich klingelte es. Aber das Bett war so schön warm und so blieb es bei dem Klingeln. Und einem Zettel im Briefkasten. Da stand dann nicht nur mein Name drauf und wo ich das Paket abholen könne und wann und überhaupt, sondern auch eine Zahl. Eine seltsame Zahl. 25,90. Und dahinter stand noch etwas, dahinter stand nämlich „CHF“, und „CHF“ klingt nicht nur irgendwie nach Geld, nein damit ist Geld gemeint. Bares Geld, Bargeld quasi, die wollten nämlich Geld von mir.

Wie konnte das sein? Eine Bestellung von gerade mal 57 Euronen und die wollen auf einmal etwas von mir, das arg nach Zollgebühren klingt. Ich recherchierte. Und ich muss sagen, meine Eingangsinformation mit den 120 Euro war gar nicht so verkehrt. Genau genommen beträgt dieser Freibetrag sogar 138,90 Euro (± ein Euro, abhängig vom Wechselkurs). Allerdings eben auch nicht für alles, sondern nur für Bücher.

FITZ

Diese werden mit 2,4 % besteuert, das ist nicht anders als in Deutschland, nur halt ziemlich genau ein Drittel. (Dennoch sind Bücher hier viel teuer. Keine Buchpreisbindung. BÄ-BÄMM.) Der Steuerfreibetrag bei Einfuhren beträgt nun hier in der Schweiz generöse 5 Franken. Das sind nicht mal 3,50 Euro. Ab dann wird kassiert.

Bei Büchern entspricht dieser Freibetrag einer Bestellsumme von den oben genannten 138,90 Euro. Bei allem anderen nicht. Und NATÜRLICH hatte ich alles andere bestellt. Filme und Musik.

Steuersatz 7,6 %; Freibetrag der Gleiche; zollfreie Bestellsumme 43,86 Euro (± irgendwas. Mit Gewähr ist das hier alles ja ohnehin nicht.). Da haben wir den Salat. Mehrwertsteuer und Porto gespart und auf einmal will die Schweizer Post 25,90 Franken von mir.

Aber nanu – warum eigentlich so viel? 7,6 Prozent von 57,06 Euro sind doch nur 4,34 Euro und damit nur circa 6,50 Franken.

Jahaaaaa, auch wenn gestern im Fernsehen der stellvertretende Chefredakteur der Weltwoche, das circa rechteste Dummdoofblöd-Magazin der Schweiz, gesagt hat „Schweizer sein heißt: nicht deutsch sein“, dann ist hier immer noch nicht alles anders als in Deutschland. Hier sind die Behörden nicht besser. Die lassen sich hier jeden Schnick bezahlen. Der neue Schweizer Pass kostet prompt mal 120 Franken. Und die Kontrolle der Post auf die Zollpflichtigkeit, die nimmt auch einige Zeit in Anspruch. Eine ganze Menge, wenn man sich mal ansieht, was ich schließlich in den Händen hielt.

Zollvergnügen

Für die achtzehn Franken, soviel kostet es nochmal zusätzlich Gebühr, bekommt man nämlich auch einiges geliefert. Einen Schrieb, warum verzollt wird, auf deutsch und auf französisch natürlich; eine Veranlagungsverfügung, nur auf deutsch, aber nicht minder interessant, dazu später; eine Postquittung mit der erfrischenden Summe; ein Aufkleber einfach so; einer, dass es per Nachnahme überbracht werden muss und mit dem erfrischenden Betrag; ein Aufkleber, dass ich nicht zu Hause war; und nicht zu vergessen ein nettes kleines Plastiktütchen. Denn freundlicherweise haben die netten Menschen von der Post davon abgesehen, das Paket zu öffnen und haben auf die Angaben von Amazon vertraut.

Wer nun trotz dieses ganzen Tohuwabohus den Überblick behalten hat, dem ist womöglich aufgefallen, dass 18 Franken Bearbeitungskack und 6,50 Franken Mehrwertsteuermist noch immer nicht den Haufen End-Dung in Höhe von 25,90 Franken ergeben.

Nun ja, aber ich kann das erklären, denn aus irgendwelchen mir absolut schleierhaften Gründen rechnen die Zollfuzzies mit einem Währungsumrechnungsfaktor von 1,82. Und nicht 1,49. Das ist schon ein ordentlicher Unterschied.

Wie das dann erst bei einer zwielichtigen Wechselstube (Bank) aussehen muss… Aber das kann ich nicht beurteilen. Ich geh da nicht hin.

Denn ICH lass mich nicht foppen.

Und so marschierte ich zur Postbeamtin und sagte voller Energie „Was passiert, wenn ich die Annahme verweigere?“, sie reagierte gar nicht eingeschüchtert (aber dieses kleine Glitzern am linken Nasenflügel, das war Angstschweiß, ich bin mir fast ein bisschen sicher) mit „Dann schicken wir’s zurück!!“.

Dann bezahlte ich die 25,90 Franken.

Für ein Plastiktütchen.

Das sollte gar keine Serie werden, aber in einem Zustand zu müde um einen anständigen Text zu verfassen, ist ein Video natürlich ein galanter Ausweg aus dem Bedürfnis etwas veröffentlicht zu haben.

Also greife ich dreist auf anderer Leute Material zurück. Ist aber auch schön. Auch wenn ich nicht verstehe, was der Schneebesen da soll. Aber holländisch ist immer gut.

Man achte auf das Tröten beim Pegasus und auf das Klimpern der Wimpern. Schön, so schön.