Eine kleine Bildergeschichte vom Dreikönigstag

7|01|10

Gestern war ja der Tag der Heiligen drei Könige. Oder wie es hier in der Schweiz schlicht heißt „Dreikönigstag“. Nicht nur der Name ist hier ein anderer, es gehört hier (und in den Niederlanden sowie in Frankreich aber auch in England, Spanien nicht zu vergessen) dann noch ein Brauch dazu. Der Dreikönigskuchen. Schon im Flieger in die Schweiz konnte ich im Tages-Anzeiger einen ausführlichen Test dieses Gebäcks degustieren. Leider nur den Test. Die Autoren bewerteten das Hefegebäck in Form einer typischen Brötchensonne mit extragroßem Mittelbobbel nach allen Regeln der Kunst: Angesichts von Testergebnissen wie „luftig“, „prall“, „wunderbar hefig“, „Frau-Holle-Styling“ und „ehrlich“ (!) sabberte ich mir eine kleine Pfütze in den Schoß. Kurz darauf kotze jemand in der ersten Reihe. Er hatte nach den Lobhudeleien wohl auch noch die Verrisse („zopfig“, „matt“, „schmeckt wie ein Brot“, „teigig“, „flau im Geschmack“, „klebrig“) gelesen.

Am nächsten Tag, ich hatte die ganze Geschichte spätestens an dem Punkt vergessen, als ich die mit Decken ausgelegte, säuerlich riechende, erste Reihe im Flieger passiert hatte, kam plötzlich mein geschätzter Gruppenarbeitspartner zu eben dieser namensgebenden Tätigkeit und brachte einen Dreikönigskuchen mit.

Dreikönigskuchen

Was ist also der Witz an dem Teil? In einem der sechs Randbobbel befindet sich etwas kleines Eingebackenes. Zum Beispiel eine Bohne, Mandel oder Münze, bei den Gekauften ein Plastikkönig, bei einem der im Tagi Getesteten sogar eine Königin, nämlich in dem mit „Frau-Holle-Styling“. Wer den König findet, ist für einen Tag König der Familie. Daher die mitgelieferte Pappkrone. Was Familien mit mehr als sechs Bestandteilen machen, weiß ich nicht.

Wir aßen also drauf los. Nachdem wir schon vier Bobbel verdrückt hatten aßen wir nur noch aus Königswillen weiter.

Noch zwei Bobbel

Nachdem wir uns unblutig um den verheißungsvolleren Bobbel gekloppt hatten und wir jeder nur noch mit einem Krümel in der Hand und einem teigigen Klumpen im Mund enttäuscht feststellen wollten, dass der Bäcker den König vergessen hat, da biss ich auf Plastik.

König

Das Ding hat natürlich keine Krone, weil die hab ja ich.

Königich

Dann befahl ich der illustren Runde endlich mit der Arbeit fortzufahren.

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