Der Schweizerpsalm

28|02|10

Mir fiel eben auf, dass ich, obwohl in der Schweiz lebend, fälschlicherweise immer die Marsellaise vor mir her nuschele. Nun gut, dass habe ich auch in Deutschland schon gemacht, aber da wusste ich immerhin, was ich eigentlich hätte summen müssen. Hier in der Schweiz wusste ich es nicht. Bis eben.

Der Schweizerpsalm

Trittst im Morgenrot daher,
Seh’ ich dich im Strahlenmeer,
Dich, du Hocherhabener, Herrlicher!
Wenn der Alpenfirn sich rötet,
Betet, freie Schweizer, betet!
Eure fromme Seele ahnt
Eure fromme Seele ahnt
Gott im hehren Vaterland,
Gott, den Herrn, im hehren Vaterland.

So die erste der vier natur-, wetter- und religionslastigen Strophen. Es gibt sie natürlich auch noch in Französisch, Italienisch und Rätoromanisch – welch wunderbare Gelegenheit die Sprachen mal gegenüberzustellen. Nicht alles natürlich, nur die nächstfolgenden Zeilen. Die sind so schön.

Kommst im Abendglühn daher,
Find’ich dich im Sternenheer, …

Lorsqu’un doux rayon du soir
Joue encore dans le bois noir, …

Se di stelle è un giubilo la celeste sfera
Te ritrovo a sera o Signor!

Er la saira en splendur da las stailas en l’azur
tai chattain nus, creatur, Tutpussent!

…was die Vermutung zulässt, dass es sich nicht um sonderlich direkte Übersetzungen handelt. In der italienischen Variante wird zum Beispiel fleißig von der Liebe gesungen (soweit ich das verstanden habe), auch die französische ist bei weitem herzlastiger als das deutsche Seelengedüdel.

Am Rätoromanischen versuche ich mich erst gar nicht.

Deshalb seien hier nur zwei instrumentale Varianten verlinkt. Diese hier auf Wikipedia ist qualitativ ganz nett, lässt sich jedoch nicht herunterladen, im Gegensatz zu dieser hier in einer Mp3-Version. (Rechtsklick auf den Link, Ziel speichern unter…)

An einer Musikbeschreibung versuche ich mich jetzt nicht. Damit hab ich abgeschlossen, seitdem ich einst im Musikunterricht zu Edward Griegs Morgenstimmung aus Peer Gynt einen Schwanensee auf das Papier kritzelte.

Dafür noch ein paar echte Fakten zum Schweizerspalm oder „Trittst im Morgenrot daher“, so heißt die Nationalhymne landläufig:

  • komponiert im Jahr 1841 von Alberich Zwyssig, einem Mönch aus dem Kanton Aargau, und damit quasi à côté von Zürich.
  • Der Text ist recht unbekannt und wird daher entsprechend auf Zettelchen verteilt, wenn es mal ernst werden sollte.
  • Der Schweizerpsalm ist erst seit 1961 die Schweizer Hymne.
  • Vorher war es ein anderer Text zur Melodie der britischen Hymne „God Save the Queen“, was jedoch bei diplomatischen Ereignissen mit Großbritannien und inklusive dem Vorspiel beider Hymnen wenig eigenständig daher kam.
  • Die Einführung im Jahre 1961 galt als Provisorium, die Kantone stimmten über Jahre nicht geschlossen zu, erst 1981 wurde der Schweizerpsalm aus Ermangelung guter Alternativen offizielle Hymne.

Und wer sich nun noch nicht vorstellen kann, wie Musik und Gesang zusammen geht, der wechselt auf die Seiten der Eidgenossenschaft, lädt sich qualitativ höchstwertige Mp3s auf den Rechner und überzeugt sich davon, dass die französische Hymne sehr viel schmissiger ist. (Übrigens lassen sich mit einem Sprachwechsel der Seite auch die französischen und italienischen Versionen runter laden.)

Und jetzt summe ich weiter die Marsellaise.

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3 Antworten to “Der Schweizerpsalm”

  1. Motti said

    :D

    Weißt du noch, dass eine Mitschülerin von uns zur Morgenstimmung tanzende Elefanten gemalt hat? :D:D:D:D:D

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