Juhu! Am Dienstag nur ne Wolke anstatt der ewigen Dauerbepissung. Mach weiter so Zürich und du bist mich bald los.

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Soziologieseminar. Bedingt spannend. Hörsaal ohne Fenster. Flucht in die digitale Realität. Augen zusammenkneifen. Oberschenkel warm rubbeln. SONNE.

Schnügel.22

17|02|10

Es ist mal wieder Zeit für einen Schnügel.

Vor ein paar Tagen berichtete ich über mein Quasi-Meet-and-Greet mit Dominic Heinzl. Wie sich nun herausstellt, hat er nicht nur die selben Frisurprobleme, wie Thomas Gottschalk, nein er schickt sich auch an dessen Nachfolger zu werden.

Heinzl

Der Mann mit dem Fusselpony, letzterer sei auch als Schnügel zu verstehen. Hilflos und mitleiderregend.

Thomas Gottschalk hatte sich nämlich bereitwillig dabei filmen lassen, seinem Titel des „wandelnden Altherrenwitzes“ gerecht zu werden und auf dem Opernpreis auch vor peinlichen Katie-Price-Witzen nicht halt machte. Dabei stand sie vor ihm.

Mein Pazifismus mal kurz ab in die Ecke! – eine gewisse Wörtlichkeit der Schlagzeile wäre ungeheuer ersehnenswert.

Spamfilter

4|12|09

Also eigentlich ist mein Spamfilter überaus zuverlässig. Wenn überhaupt dann klopft er mal an und fragt mich, ob diese oder jene von ihm in Watte eingepackte Email denn möglicherweise ganz vielleicht unerwünscht sein könnte. Heute Nacht jedoch bekam ich ein Angebot, das mich wahrlich an der Bereitschaft meines Emailwächters zweifeln lässt.

Vielleicht gefiel ihm dieser landeskundliche Diskurs, der sich da in der zweiten Zeile andeutet.

Türkinnen

Nein, vielen Dank. Aber wie ist das mit eurer Moral?

Möglicherweise folgt darauf ein Aufsatz über die Werte in der Türkei. Ich weiß es nicht, denn mehr als diese dreizeilige Vorschau habe ich nicht gelesen. Die Email wurde inzwischen manuell getilgt. Schade eigentlich.

Ich hätte jeden Tag beim Blick in meinen Posteingang ein bisschen lächeln müssen.

An der ETH arbeiten die Architekturstudenten, wie früher bereits beschrieben, in entwurfsspezifischen Gruppen. Gleiche Aufgabenstellung heißt also gleiche Räumlichkeit. Jede Professur hat eine Lokalität. Zum Beispiel einen der sechs Pavillons (so wie ich). Bei einem dieser Pavillons brennt besonders lange und häufig das Licht. Die armen Studenten der beiden dortigen Gastprofessuren, da woll wohl welche zeigen wie anspruchsvoll sie sind.

An einer der Bullaugentüren sind in regelmäßigen Abständen neue Bilder und Botschaften zu sehen. Seit gestern:

Magic

Filmfestival.01

1|10|09

Wie vielleicht auch in Deutschland zu hören ist, läuft hier gerade das „Zurich Film Festival“. Leider ist die Öffentlichkeit ja nun weniger wegen sensationeller Filmstarts, als viel mehr aufgrund einer ungeschickten Verhaftung erzielt worden.

Bevor wir wussten, wie hoch die Wellen dieses Festivals schlagen würden deckten wir uns mit Filmkarten für fünf Filme ein. Zugegebenermaßen mussten wir uns ein wenig zwingen, die Wettbewerbsfilme zu nehmen, die schon nicht ganz unbegründet Wettbewerbsfilme sind, und kamen nach langem Hin und Her auf ein Kompetischn:Autofkompetischn-Verhältnis von 3:2.

Soeben sahen wir Film Nummer drei, ich muss also etwas Berichterstattung nachholen.

Vor etwa einer Woche starteten wir mit der urugayisch-argentinischen Dramödie „Gigante“.

keine Zeitverschwendung

keine Zeitverschwendung

Der Film handelt von einem Nachtwächter, der über die Überwachungskameras eines Supermarktes eine der Putzfrauen beobachtet und sich in sie verliebt. Das Ganze war unterhaltsam, auch zu empfehlen, aber nicht zu feiern. Schöne melancholische Bilder, charmanter Humor, aber etwas zu lang (Gigante ist einfach zu schüchtern und braucht ewig, bis er seiner Angebeteten wenigstens mal einen Kaktus in den Gang stellt) und er war ein gutes Stück zu flach (der Film endet am Strand!).

Da war das Gespräch mit dem Regisseur im Anschluss schon spannender, er berichtete, dass der Film schon drei oder vier Jahre alt sei, dass die Hauptdarstellerin zu Drehbeginn noch seine Freundin war und überhaupt er ein absoluter Laie ist. Nun gut, eigentlich war das Gespräch doch langweilig.

Adrián Biniez (der rechte Fleck)

Adrián Biniez (der rechte Fleck)

Der Film ist heute, Donnerstag, in Deutschland angelaufen. Also wem langweilig ist…

Losnummer 005554

15|09|09

Knabenschiesslosnummer 005554

Knabenschiesslosnummer 005554

Also bis zur Nummer 004xyz gabs Kinkerlitzchen. Für fünfstellige Schnapszahlen gabs Grandiositäten (Auto, Schmuck, Koffer, Kaffeemaschine). Für mich gabs demnach nichts.
Aber gefühlt, gefühlt da war ich ganz nah dran.

Wohnungssuche.1

10|06|09

Langsam, viel zu langsam, beginnen die Vorbereitungen für ein Jahr Aufenthalt in Zürich.

Die meiste Angst bereitet mir tatsächlich die Suche, nein, das Finden einer Wohnung. Maßgeblich zur inneren Unruhe tragen dabei dreierlei Dinge bei:

1: ein Zeitungsartikel, der als erfolgreichste Suchmethode für eine Zürcher Wohnung das Lesen der Todesanzeigen in Kombination mit dem Telefonbuch und der geschickten Recherche des jeweiligen Vermieters beschreibt. À la „Guten Tag, Sie haben da eine freie Wohnung.“, […] „Ja, ist tot, traurig, echt heftig.“

2: die Beschreibungen einer ehemaligen ETH-Studentin, die von WG-Casting-Partys berichtete, auf denen man Fragebögen ausfüllen musste, sich über den Abend bei allen glücklichen Bewohnern vorstellen und einschleimen einprägen muss, um dann letztendlich eine Chance zu haben.

3: meine in der Schweiz lebende Tante, die blöderweise keine Kontakte nach Zürich hat, aber dennoch den „Tipp“ parat hatte, dass in Zürich alles sehr, sehr teuer sei.

zu 1: wahrscheinlich wird es nicht auf eine Wohnung allein hinauslaufen. Und natürlich sind in nahezu jeder Wohnung schon Leute gestorben. Aber auf die Frage „Und wie bist du an eine Wohnung gekommen?“ mit „Todesanzeige“ zu antworten, das – also das – – also nee.

zu 2: kann ich nicht sowas. Wenn ich mich in Laune geredet habe ist die Party schon vorbei. Sarkasmus – den kann ich ad hoc. Mögen Schweizer aber nicht. Spricht kein Schweizerdeutsch und macht zweideutige Scherze, denken die dann. Und lassen mich die einmalige Haptik der Haustürklinke am eigenen Leib spüren. Ein letztes Mal.

zu 3: ich knüpfe also weiter.