Ostern!

1|04|10

Schon jetzt am Gründonnerstag, habe ich doch soeben meine letzte Arbeitstat vollbracht, wünsche ich allseits schöne Ostern. Ich habe mich auch schon darauf eingestimmt. In der Schweiz macht man das natürlich mit Schokolade. Und dokumentiert habe ich es auch. Ich nenne mein Werk „The Evolution of Osterhasi“. (Englisch ist immer ein bisschen cooler als alles andere.)

Der Zyklus des Lebens, dargestellt an einem Schokoladenosterhasen. TOT!

Allen Tierschützern und Kalorienbewussten sei mitgeteilt: Es handelt sich um eine Fotomontage. Ich habe (für dieses Experiment) nur einen Hasen verzehrt. (Davor und danach allerdings je noch einen.)

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Schnügel.24

28|02|10

Kann sich noch jemand an Peter erinnern?

Peter kam, Peter ging. Nun ist er wieder aufgetaucht. Überhaupt taucht er ziemlich oft auf. In der Küche, im Esszimmer, im Wohnzimmer, auf dem Balkon, im Flur, im Bad sogar auch schon einmal. In meinem Zimmer natürlich immer wieder. Wehe ihm, wenn die Katze ihn sieht, dann sieht er zu, an Höhe zu gewinnen.

Heute krabbelte Peter über meine Gardine.

Peter, der Zweite

Peter, der Zweite

Ich glaube Zürich hat eine Peterplage.

Und siehe da, die Stadt Zürich informiert über die marmorierten Baumwanzen. Rät aber zu Vorsicht. Und Rücksicht.

„Bei den ausgewachsenen Wanzen befinden sich Drüsen an der Unterseite der Brust. Das stark riechende Sekret wird bei Bedrohung abgegeben. Befördern Sie deshalb die Baumwanze behutsam aus dem Haus.“

Meine Peters haben bisher noch nicht rumgemüffelt. Meine Peters werden von mir aber auch nicht gepiesackt.

Schnügel.23

20|02|10

Mal wieder themenfern, doch ein wenig zu lustig, um es unter den Tisch fallen zu lassen.

Copy Paste

Zwillinge: glücklich und nicht ganz so glücklich

[Via hier und dort, aber wenn schon klauen, dann indirekt und selbstgemacht.]

Dank sanfter Minustemperaturen konnte Maika am Mittwoch ihren ersten Zürcher Schneefall beobachten. Der perfekt knirschende und klebende Schnee wurde dann auch prompt zum Bau eines Schneekleinkindes benutzt. Dies ist Pit-Oliver. Er ist ein Opfer des geringen Konsensvermögens seiner Eltern. Denn Jonathan war der Meinung er ähnele einem Pit. Maika fand, er wäre ein perfekter Oliver. (Jonathan fand auch, eine rote Hundekackeneinsammeltüte würde seinen kleinen Schneekopf bereichern.) Nichtsdestotrotz ist Pit-Oliver das süsseste Schneekleinkind der Welt. Zumindest in den Augen seiner Eltern.

Pit-Oliver

Pit-Oliver

Heute ist es wärmer. Wahrscheinlich ist Pit „the Snowman“ Oliver jetzt Pit „the Pfütze in the Hundkackentüte“ Oliver.

RIP Pit-Oliver (2010-2010)

Schnügel.19

19|11|09

Verspätet der dritte Teil in der Woche der Schweizer Leckereien.

Heute erstmals gänzlich unzürchersch, (Lindt mit seinen Lindors (Folge 1) hat seinen Sitz quasi um Zürichs Ecke und die Luxemburgerli (Folge 2) sind zwar ursprünglich nur geheuchelt, produktiv aber zweifelsohne aus Zürich.) wir bewegen uns gut siebzig Kilometer in Richtung West-Nordwest. (Diese Bezeichnungen habe ich schon im Erdkundeunterricht damals geliebt. Ich würde sogar mit mir streiten diskutieren reden lassen, ob Basel nicht vielleicht sogar „West zu Nord“ von Zürich liegt.) Also – zurück zum Thema – Basel.

Von dort stammen:

Basler Leckerli

Eine Strapaze für die Kaumuskeln: Basler Leckerli

Wahrscheinlich schon im dreizehnten, auf jeden Fall vierzehnten Jahrhundert, also in der Zeit in der man den Lebkuchen noch der Gewürzzunft und nicht der Bäckerzunft zuschrieb, entstand dieses repräsentative Anschauungsgebäck. „Guckt, wie viele Gewürze ich habe, und wie viel davon man in so wenig Teig packen kann!“ hat man sich damals wohl gedacht und meinte den Geschmacksnerven der weltlichen und kirchlichen Würdenträgern damit einen Gefallen zu tun. Nach heutigem Geschmacksempfinden waren die Basler Leckerlis von einst wohl eher ungenießbar, da gespickt mit Nelken und Ingwer und ordentlich gepfeffert. Daher dienten sie in geriebener Form wieder als Gewürz für neue Lebkuchen.

Im Laufe der Zeit verminderten sich die Gewürzmengen – Zitronat und Orangeat und vor allem Zucker (!) kamen erst später dazu.

Eigentlich ist es ein simpler Lebkuchen. Flach ausgewallt (ausgerollt) und mit ein wenig Zuckerguss oben drauf. Besonders ist vielleicht die Zähigkeit von diesem Gebäck. Man kann es problemlos offen rumliegen lassen. Tagelang. Denn anscheinend hat es das schon vorher erlebt und reagiert darauf abgehärtet mit absoluter Ignoranz. Zäh bleibt zäh.

In einem Land wie der Schweiz bleibt das Gekloppe um die richtige Schreibweise nicht aus. „Leckherle“ oder „Leckerli“, die Basler Zeitung notiert „Läckerli“, wenn der Basler wiederum Lautschrift schreibt, was der Schweizer übrigens ganz allgemein sehr gerne macht, dann schrieb es sich baseldeutsch „Läggerli“.

So sei es, ist mir egal, ich schreibe nicht, ich trainiere weiter meine Kaumuskulatur.

[Morgen (oder heute) dann: Tirggel]

Schnügel.17

16|11|09

Hiermit startet die Woche der Schweizer Leckereien. Von heute an jeden Tag eine typische Leckerei, ergänzt durch die Geschichte, die sie zu etwas besonderem macht.

Es beginnt das Schweizer Grundnahrungsmittel Nr. 1: Lindt Lindor.

Zu meinem Einzug – ich kahles Zimmer, darin nur Bett, Schreibtisch, Regal und Schrank – begrüßte mich eine Packung Lindt Lindor. Ich genoss jede einzelne Kugel (und es waren so einige), doch vor drei Wochen musste ich feststellen, dass nur noch eine Kugel übrig ist. Angesichts der zwischenzeitlich recherchierten Preise für diese Sünde verschwand die Packung vorerst im Regal. Denn was noch vorhanden ist, muss nicht nachgekauft werden.

Lindor

Das letzte Luxusgut

Gestern jedoch war es soweit. Der letzten Kugel letztes Stündlein hatte geschlagen. Vorher wurde sie fotografisch festgehalten, denn da die ZKB, bei der ich seit mehreren Wochen ein Konto zu eröffnen versuche, macht weiterhin Mucken und so ist derzeit einfach kein Geld für Luxusgüter. Das Bild würde mich über die kommende Dürreperiode hinweg trösten müssen.

Auch die Gastronomiebetriebe der ETH wissen von der Schweizer Sucht. An jeder Mensakasse steht ein Körbchen mit Lindorkugeln. 90 Rappen das Stück. Schamlose Abzocker sind das. Das ist mir zu viel und so lebe ich enthaltsam.

Der Lindorkult jedoch geht natürlich ohne mich weiter. Die Produktlinie hat sogar eine eigene Internetseite auf der überdimensionierte Lindorkugeln gefüllt werden und jedes zweite Wort „zartschmelzend“ ist. (Jedes andere zweite „unendlich“.) Man kann sich auf dieser Seite belehren lassen, was man mit so einer Lindorkugel in einer Stunde alles anfangen kann. Oder eben auch nur in einer Minute. (Mund auf, Lindor rein, Mund zu.) Süchtige erzählen dort von ihren Erlebnissen. Ein Versicherungsangestellter zum Beispiel beginnt mit

„Klar bin ich ein Mann, aber heutzutage ist das auch ein echt schwerer Stand…“

Der Rest, von jeglichem Werbegefasel befreit, klingt dann so:

„[…] Trotzdem: […] sag ich allen, dass ich eine wichtige Telefonkonferenz habe, schliesse die Türe hinter mir zu und schaue […] In meiner untersten […] Dunklen […] herben […] schmelzenden Füllung – das ist für mich das Grösste. Ich liebe […] die Füsse […] einfach […] geniessen. Einmal kam aber Hans-Peter rein und hat mich erwischt. Seitdem erpresst er mich im Scherz, so dass ich ihm auch immer wieder mal […] die roten Kugeln […] wie ein richtiger Mann.“

Die Lösung für seine Probleme ist – natürlich – „unendlich zartschmelzend“. (Original ist hier.)

[Morgen dann: Luxemburgerli]

Schnügel.16

12|11|09

In den Mensen der ETH sind gerade Asia-Wochen. Wir sehnen allmählich das Ende herbei, denn am Dienstag bescherten sie uns abscheuliche „Rondolino Asiatico «Kurkuma» mit Kokos-Gemüsesauce“ und damit das erste katastrophale Mensaessen in meiner Zürcher Studienlaufbahn. Weitere Beschreibungen der Konsistenz und Zungenverträglichkeit schenke ich irgendwem an dieser Stelle. Stattdessen betone ich lieber die Vorzüge von in Asiaklamotten rumrennenden Mensamenschen, munter umher baumelnden Papierlampions und lustigen Asiaplakaten mit eindeutig europäischer Pseudoasiatin drauf. (Kommentar Amerika-Kommilitone: „When a chinese serves food in an italian restaurant we say «It would be much more convincing when he were actually italian.»“) Nämlich: Am ersten Tag gab’s Gratisglückskekse. Allerdings nach einem seltsamen Zufallsprinzip. Ich bekam tatsächlich einen Bären, was natürlich auch irgendwie fast ein bisschen asiatisch ist.

Ich hatte Mitleid, sparte ihn mir auf, steckte ihn in meinen Rucksack. Das war vor über einer Woche. Bis heute verwandelte sich das Schutztütchen in einen veritablen Leichensack.

Voilà – bitte Mitleid für Schnügel.16: (erstmals in der einmaligen Kombination „Tier, niedlich und essbar“!)

Toter Bär

Bär, tot

Schnügel.15

9|11|09

Ricola

Ricola