Vulkankack

21|04|10

Alter Laptop tot, neuer (geordert kurz bevor der alte starb) verzögert sich in der Lieferung, Vulkanasche sei Dank. So gammelt das Objekt der Begierde nun an der chinesischen Küste rum.

Bald wird wieder mehr gebloggt. Mit Tastatur!

Da sitze ich im Rückflieger von Alicante, wo ich meine Auslandsjahrleidensgenossin (und so viel mehr) besuchte und plötzlich bietet mir das Bordprogramm einen „Da war ich schon“-Effekt nach dem anderen. Das Musikvideo, das da lief spielte nämlich in Tokio. Und nun mache ich es mir also einfach und sage: Man gucke sich das Video an und wisse danach, wo ich war. Wohlgemerkt waren Nick und AJ und Brian und wie sie alle heißen nicht da. Macht aber nichts. War eh viel schöner ohne sie.

Voilà – die Backstreet Boys mit Bigger. (Ton aus!)

Um nicht das ursprüngliche Thema des Blogs zu unterwandern, hatte ich eigentlich geplant von meinem Tokioaufenthalt nicht in ausführlich zu berichten. Bevor ich hier aber gar nichts schreibe folgen nun doch ein paar Impressionen, pathetisch begründet mit der Pseudoverknüpfung, dass ich durch Tokio Zürich noch mehr schätzen gelernt habe. Oder so.

Regenschirme in Tokio

Und gleich noch eine weitere Kurzkritik hinterher.

Alice im Wunderland

Alice im Wunderland beweist, dass auch ein Tim Burton mal einen mittelprächtigen Film abliefern kann. Trotz künstlerischer Freiheiten im Vergleich zur Buchvorlage eine banal-simpel gestrickte Handlung, die einfach nicht zu fesseln vermag. Da hilft auch die finale Herr-der-Ringe-Kampfszene nichts. Die Schauspieler sind (abgesehen vom blassen Herrn Depp) allesamt fein, besonders Helena Bonham-Carter natürlich. („I need a pig here,… I love a warm pig belly for my aching feet.“) Außerdem ein sehr sehenswertes Setdesign.
In 3D muss man den Film allerdings keinesfalls sehen, dass er nicht in 3D gedreht, sondern nur nachbearbeitet wurde, zeigt sich in seiner Pappaufstelleroptik. Dann lieber 2D und leuchtendere Farben.
Alles in allem ein flaches, aber kurzweiliges Vergnügen.

Up in the Air

16|03|10

Ich las mal, Blogs sind dann erfolgreich, wenn man ganz viel eigene Meinung reinpumpt. Das finde ich nicht, aber dennoch möchte ich eine anfänglich gepflegte Weise, gesehene Filme kurz zu beurteilen, wieder aufleben lassen. Denn ich bin nicht nur Wahlschweizer, sondern auch Filmfreund.

Up in the Air

Zwar musste ich mir von (lokal) Zurückgebliebenen schon sagen lassen, dass der im Kino nicht mehr läuft, aber dann sollte man ihn wenigstens für später vormerken.

Up in the Air ist wunderbare Kinokost. Ein Drama, aber nicht zu triefend, eine Komödie, aber nicht albern, eine Tragödie, aber nicht zu rührselig. Ein grandioses Paralleluniversum mannigfaltiger dramaturgischer Ebenen mit hervorragenden, ideal besetzten Schauspielern (die dennoch allesamt keine Oscarnominierung verdient haben) und schönen Luftaufnahmen. Trotz der schwächeren zweiten Hälfte und der nicht ganz himmelblauen Krisenthematik und ganz besonders trotz des grundstimmungkonformen Endes lässt der Film einen horizonterweitert und beschwingt zurück. Toll.

Dell-Rechner sind die gequirlte Kacke eines moppeligen Fast-Food-Volkes.
Ein bisschen wie Formfleisch.

So. Jetzt nicht mehr aufregen und wieder seriös. (Also ohne Klischees.)

„Frau Flugbegleiterin, Frau Flugbegleiterin! Wissen Sie eigentlich wie viel Butter auf der Butterbrezel war, die mir Ihre Kollegin auf dem Hinflug serviert hat?“

„Nein, es tut mir Leid, das weiß ich nicht.“

„Aha!“

„…“

„72 Gramm sind es gewesen. Zwei-Und-Sieb-Zig Gramm!“

„Naja wissen Sie, vielleicht sollten Sie dann auch dieses Twix und dieses Knäckebrot mit einer Tonne Frischkäse ablehnen. Die sind sicherlich auch nicht gesünder.“

Weil ich mein Entwurfsprojekt des letzten Semesters (Setdesign Azincourt/Harfleur) ins Rennen um einen Wettbewerb geschickt habe und meine ironisch gedachten Kommentare dazu bereits von einer beurteilenden (Lehr-)Person falsch verstanden wurden, habe ich den Artikel mal vom Netz genommen. (Was freilich keiner meiner Feed- und Seitenleser merken wird, das zufällige Auffinden dieses Blogs über Suchmaschinen aber ausschließt.)

Das genügt mir als Anlass, darauf hinzuweisen, dass fragwürdige Äußerungen von mir im Zweifelsfall auch genau so behandelt werden sollten – nämlich hinterfragend.

Und nun unbeschwertes Weiterbloggen und Daumendrücken für den Wettbewerb.