Wer hätte gedacht, dass eine Misswahl derartig langweilig sein kann. Zum Glück hatte ich vom letzten Jahr gelernt und mich diesmal nicht allein gequält, sondern fünf weitere Verirrte hinzu geholt.
Und wären unsere Sprüche nicht so unterhaltsam und die Kandidatinnen nicht so selten dämlich gewesen – dann wär’s ein Trauerspiel geworden.
Aber so katapultierten wir wir eine Kandidatin nach der anderen aus der Runde und die Kandidatinnen sich selbst: „Was würdest du tun, wenn du Königin der Schweiz wärest?“, „Die Drei-Tage-Woche einführen.“ – Zack!, raus. Leider war’s die Zürcherin.
Zu allem Übel war ein Luzerner dabei, der am Ende dann auch noch jubeln durfte, als Kirsten Cook aus Luzern von Ex-Miss Schweiz Linda Fäh die Krone schief aufgesetzt bekam. Es wurde geheult und geflennt und dann war’s endlich vorüber.
Folgendermassen sieht sie ohne Wasser in den Augen aus:

Und jetzt wird mir auch klar, warum die alle ein Wasserfotoshooting absolvieren mussten. Um zu beweisen, dass sie auch mit Nass in den Augen gut aussehen.
Kirsten Cook, die Kandidatinnen mit so schönen Namen wie Pennisi und Schüpfer hinter sich ließ, ist gerade mal zu einem Viertel Schweizerin (das wird kommende Woche einen schönen Skandal geben) und hat ein grün-schwarzes Fahrrad. Interessiert natürlich keinen. Wird man die nächsten zwölf Monate dennoch keinen Bogen drum machen können.

(Linda Fäh, strebt nun eine Gesangskarriere an. Das wird noch heiter.)

Bündnerfleisch

26|09|10

Ein bisschen zu spät fast schon will ich hier unbedingt noch das sicher schon Kultvideo vom nicht mal mehr amtierenden Bundesrat Hans-Rudolf Merz unterbringen. Beim Verlesen einer etwas dröge formulierten Erklärung zum Zusatz von Geschmackstoffen verliert er die Beherrschung. Das Video war in aller Munde, die Bündner nutzten die Gunst der Stunde und verteilten daraufhin Bünderfleisch vor dem Landtag in Bern, bedruckt mit dem Konterfei Hans-Rudolf Merz‘.

Hundezirkus

18|06|10

Aus der Reihe „gewollt und nicht gekonnt“ (hat hiermit begonnen und wird sofort wieder beendet) ein Verbotsschild der ETH Zürich.

Hier dürfen keine Hunde tanzen!

Hier dürfen keine Hunde tanzen!

Es ist soweit, die Schweiz hinterlässt bleibende Schäden bei mir. Offenbart werden diese mit dem Reisen ins Ausland. Zum Beispiel – Deutschland.

Nicht nur, dass ich allerorts „Grüetzi“ und „Merci“ rumposaunte, nur um dann im schwäbischen Stuttgart mit einem glasklaren Hochdeutsch enttäuschen zu müssen, nein ich eckte auch mit Schweizer Kassenverhalten an: Ungebeten steckte ich meine EC-Karte in irgendwelche Lesegeräte. Die Verkäuferin war ganz verstört, zog meine Karte wieder raus, sah mich böse an, tippte nervös an der Kasse rum, steckte sie wieder rein.
Vor lauter Aufregung wegen dieses neuen, alten, ungewohnten Ablaufes versaute ich natürlich die PIN-Eingabe, was mir natürlich keine freundlicheren Blicke als den zuvorigen einbrachte. Nach erneutem Kartenrumgefuchtel (hatte „ABBRUCH“ anstatt „KORREKTUR“ gedrückt) kam tatsächlich so etwas wie Geld auf dem Konto von dem Laden an. Stolz zog ich die Karte aus dem Gerät. Was natürlich schon wieder ein deutscher Faux-Pas ist. Zwei Minuten peinliches Schweizerverhalten und nichts gelernt.

Mich wundert es fast, dass die Verkäuferin „Tschüss“ gesagt hat.

(Zum Glück bin ich wieder in der Schweiz.)

Grabesstimmung hier in der Wohnung. Obwohl das Kleid der Moderateuse so schön Schweizrot war ist der Schweizer Grand-Prix-Beitrag nicht ins Finale gekommen. Michael von der Heide wandelt damit auf den Pfaden von DJ Bobo und pleut jetzt wahrscheinlich wirklich. Vielleicht eben nicht gerade or.
Noch mal zur Erinnerung. (Oder zum Abgewöhnen.)

(Ungerecht ist’s schon. Was bitte, war denn das, was Israel da geliefert hat? Und warum sind die lustigen verliebten Holländer nicht weiter?)

Man muss erst angerufen werden, um zu kapieren, woran es liegt, dass man das Schweizerdeutsche zeitweise nicht gut versteht. Leider werde ich hier so selten angerufen (Ich kann nach neun Monaten immer noch nicht meine Schweizer HandyNatelnummer auswendig.), dass die Erkenntnis erst heute kam. Am Telefon verstand ich fast nichts. Was ich inzwischen geübt mit einer sorgfältig ausgewogenen Mischung aus „Ja“s und „Mmh“s und „naja“s erwiedere, „nein“s entlarven einen meist. Eigentlich fällt es erst auf, wenn ich nicht im richtigen Moment lache. Vertrackt.

Als ich mich später mit ein und der selben Person unter erhöhtem Lautstärkepegel unterhielt – die Abmachung erfolgte dann per Sms, nicht per Gesprochenem – da verstand ich plötzlich alles. Man muss die Leute also angucken. Hätte man auch früher drauf kommen können.

Hippiekacke

6|05|10

Heute mal Musik. Aber bildende Musik. Natürlich Musik auf Schweizerdeutsch. Und man sieht viel von Zürich. An einigen der Orte habe auch ich schon Hippiekacke vollführt. (Ich mag das Xenix.)

Warum ich gerade nicht regelmäßig schreibe?

Nun ja, wegen sowas hier zum Beispiel:

Aufhalterli der Digitalen Fabrikation

Aufhalterli der Digitalen Fabrikation